Herzlichen Glückwunsch!
Deine harte Arbeit hat sich ausgezahlt und du hast das Auswahlverfahren bei der Polizei erfolgreich durchlaufen.
Logischerweise stellst du dir jetzt die Frage, worauf du im Vorfeld alles achten musst und was jetzt auf dich zukommt.
Wir helfen dir hier, einen Überblick zu bekommen, um keinen der üblichen Fehler zu machen.
Du bist noch nicht so weit?
Auf unserer Info-Seite erklären wir dir alles, was du über das Studium bei der Polizei wissen musst.
Es gibt prinzipiell drei verschiedene Versicherungen, die für jeden Polizisten unerlässlich sind:
1. Dienstunfähigkeitsversicherung
(nicht zu verwechseln mit der "normalen" Berufsunfähigkeitsversicherung)
2. Diensthaftpflichtversicherung
3. Private Krankenversicherung
Im Folgenden erklären wir euch, was es mit ihnen auf sich hat und worauf ihr bei der Wahl eurer Versicherung achten müsst.
Du übst als Polizist eine abwechslungsreiche und vielfältige Tätigkeit aus und trägst viel Verantwortung.
Mit deiner Arbeit sicherst du den Lebensunterhalt für dich und deine Familie.
Aber was geschieht mit deinem Zuhause, deinen Urlaubsplänen, deinen Hobbies und deinen Träumen, wenn eine Krankheit oder ein Unfall dich dienstunfähig macht und dein regelmäßiges Einkommen plötzlich ausbleibt? Vor diesem finanziellen Risiko schützt dich eine Dienstunfähigkeitsversicherung.
Das Risiko, dass Polizisten dienstunfähig werden, ist überdurchschnittlich hoch und lässt sich durch zwei Hauptgründe erklären. Zum einen ist ihre Tätigkeit anspruchsvoller und gefährlicher als der Durchschnittsjob. Zum anderen kann eine Dienstunfähigkeit für Polizisten bereits dann eintreten, wenn der Beamte die "besonderen gesundheitlichen Anforderungen für den Polizeivollzugsdienst nicht mehr erfüllt und es nicht zu erwarten ist, dass er seine volle Verwendungsfähigkeit innerhalb zweier Jahre wiedererlangt" (§ 101 Abs. 1, BRRG).
Natürlich gibt es eine gesetzliche Absicherung, wenn ihr eure Arbeitskraft verliert, allerdings ist diese nur eine Grundabsicherung, mit der ihr euren Lebensstandard nicht halten könnt:
Als Polizeianwärter (Beamter auf Widerruf) habt ihr keinerlei Versorgungsanspruch. Werdet ihr krank oder erleidet einen Unfall - sogar im Dienst - werdet ihr entlassen und in der gesetzlichen Rentenversicherung nachversichert.
Als Beamter auf Probe, also nach der Ausbildung, sieht es ein wenig, aber auch nicht viel besser aus. Hier habt ihr lediglich bei einer Dienstbeschädigung Anspruch auf ein Ruhegehalt.
Als Beamter auf Lebenszeit wird euch bei dauerhafter Dienstunfähigkeit ein Ruhegehalt gezahlt, allerdings bei einem Unfall in eurer Freizeit oder bei Krankheit erst nach einer fünfjährigen Wartezeit. Ist diese Wartezeit erfüllt, habt ihr einen Mindestversorgungsanspruch, der aber nur eine Basisabsicherung darstellt. Erst ab dem 20. Dienstjahr steigt dieser Anspruch jedes Jahr minimal an. Somit müsst ihr auch hier nicht selten Einbussen von 1000 oder mehr Euro gegenüber eurem normalen Gehalt hinnehmen.
Erschreckenderweise machen psychische Erkrankungen (also bspw. Burnouts) fast ein Drittel (!) aller Dienstunfähigkeiten aus, gefolgt von Beschwerden des Bewegungsapparats und Krebs.
Das heißt, sogar wenn ihr von euch behauptet, körperlich in bester Verfassung zu sein, können auch psychische oder chronische Krankheitbilder für eine frühe Dienstunfähigkeit sorgen.
Und genauso alarmierend ist, dass jeder fünfte Beamte die gesetzliche Regelaltersgrenze nicht erreicht.
Aus diesen Gründen sollte ein Dienstunfähigkeitsversicherung für dich unerlässlich sein.
Stell dir vor, du verursachst während einer Dienstfahrt einen Autounfall, weil du viel zu schnell in eine Kreuzung hereingefahren bist. Klar, du wolltest möglichst schnell am Einsatzort sein und dennoch wird dein Verhalten als grob fahrlässig gewertet.
Das Ergebnis ist ein hoher Sachschaden und eventuell auch Personenschaden, für den du zumindest teilweise, wenn nicht sogar voll haftest.
Anderer Fall: Du musst Gebrauch von deiner Dienstwaffe machen. Die Situation ist angespannt und unübersichtlich. Zwar kannst du den Angreifer neutralisieren, allerdings kommen dabei auch unbeteiligte Personen zu schaden.
Da dein Schussfeld nicht klar war, bekommst du auch hier eine Teilschuld zugesprochen.
Für solche Fälle schließt man eine Diensthaftpflichtversicherung ab.
Sie schützt euch vor den finanziellen Folgen von Personen-, Sach- und Vermögensschäden, die ihr im Rahmen eurer dienstlichen Tätigkeit verursachen. Da der öffentliche Dienst nicht für solche Schäden haftet, ist eine Diensthaftpflichtversicherung für seine Angestellten unerlässlich.
Neben den prägnanten Beispielen oben können aber auch vermeintlich kleine Verfehlungen einen immensen Schaden zur Folge haben.
Verliert ihr euren Wohnungsschlüssel, ist das ein Ärgernis, das euch ein-, zweihundert Euro kostet, aber sonst keine Folgen hat. Verliert ihr hingegen den Generalschlüssel für eure Dienststelle und er ist nicht mehr auffindbar, müssen daraufhin alle Schlösser des Gebäudes ausgetauscht werden und es entsteht schnell ein vier- oder fünfstelliger Schaden, für den ihr aufgrund eurer Fahrlässigkeit aufkommen müsst.
Dagegen steht der Beitrag für die Diensthaftpflichtversicherung in keinem Verhältnis, weshalb sie für euch obligatorisch sein sollte - natürlich in der Hoffnung, dass ihr sie trotzdem niemals in Anspruch nehmen müsst.
Als Beamte im öffentlichen Dienst habt ihr entweder einen Anspruch auf Beihilfe oder auf Heilfürsorge. Welches Anrecht ihr genau habt, hängt von eurem Dienstherrn (Bundesland) und eurem Status als Polizeianwärter oder Polizeibeamten ab.
Euer Dienstherr unterstützt euch bei den tatsächlich entstandenen Kosten in Krankheits-, Pflege-, Geburts- und Todesfällen durch Beihilfeleistungen. Im Gegensatz zu einem Arbeitnehmer, der monatlich einen Zuschuss zu seiner Krankenversicherung erhält, bekommt ihr als Beihilfeberechtigter einen Teil eurer spezifischen Krankheitskosten erstattet.
Der Umfang der Beihilfe hängt von den geltenden Beihilfevorschriften (Bundes- oder Landesbeihilfe) und eurem Familienstand ab. In der Regel beträgt der Beihilfebemessungssatz 50% (also das, was euer Dienstherr übernimmt) der entstandenen beihilfefähigen Krankheitskosten, wenn ihr keine Kinder habt. Bei zwei Kindern steigt dieser Satz auf 70%. Den Rest müsst ihr aufgrund der allgemeinen Versicherungspflicht über eine beihilfekonforme Krankenversicherung abdecken.
Darüber hinaus ist von Beginn an der Abschluss einer Pflegepflichtversicherung erforderlich.
Anders als bei der Beihilfe, übernimmt der Dienstherr bei der Heilfürsorge 100% der beihilfefähigen Kosten. Dieses ist allerdings eher als eine Basis-Versorgung zu verstehen und ist mit der gesetzlichen Krankenversicherung vergleichbar. Ähnlich wie bei dieser werden wichtige, aber für den Staat teure, Leistungsbereiche wie Zahnersatz oder Sehhilfen nur zu einem bestimmten Teil übernommen.
Deshalb ist es für euch unerlässlich, schon frühzeitig Zusatzversicherungen abzuschließen, die ebendiese Kosten abdecken.
Du siehst, ganz egal ob Beihilfe oder Heilfürsorge: Die private Krankenversicherung ist mehr oder weniger Pflicht für euch, wenn ihr im Fall einer Krankheit nicht auf eine Basis-Versorgung angewiesen oder aber nicht auf einem Kostenberg für Zusatzleistungen sitzen bleiben wollt.
Interessant wird es noch einmal, wenn ihr mit Anfang 60 in Pension geht und in die normale Private Krankenversicherung wechselt. Im Normalfall wird euer Gesundheitszustand zum Zeitpunkt des Wechsels sowohl für die Qualifizierung für die PKV als auch für die Ermittlung der Beitragshöhe bemessen, aber hier könnt ihr sogar schon als Polizeianwärter Vorsorge treffen:
Die kleine Anwartschaft friert euren aktuellen Gesundheitszustand ein, sodass ihr trotz eventueller Veränderungen eures Gesundheitszustandes in die PKV wechseln könnt. Die große Anwartschaft geht sogar einen Schritt weiter und baut Rückstellungen fürs Alter auf, was sich positiv auf die Beitragshöhe der PKV auswirkt.
Welche Versicherungen speziell für euch Sinn machen, klären wir natürlich in einem individuellen Erstgespräch mit euch.
Wir benötigen Ihre Zustimmung zum Laden der Übersetzungen
Wir nutzen einen Drittanbieter-Service, um den Inhalt der Website zu übersetzen, der möglicherweise Daten über Ihre Aktivitäten sammelt. Bitte überprüfen Sie die Details in der Datenschutzerklärung und akzeptieren Sie den Dienst, um die Übersetzungen zu sehen.